Bauleistung 02

Boden- & Wandbeläge

Parkett und Massivholz, Vinyl und Designbeläge, fugenlose Beläge , verklebt auf einem Untergrund, der vorher belegreif ist.

Bereich
Bau
Einsatzgebiet
Stuttgart und Region
Ansprechpartner
Hüseyin Güneş
Frisch verlegtes Eichenparkett im Fischgrätverband, daneben noch offener Estrich

Worum es hier geht

Ein Bodenbelag ist so gut wie der Untergrund, auf dem er liegt. Bei Holz kommt dazu, dass es auf Feuchtigkeit reagiert. Ein Parkett auf zu feuchtem Estrich schüsselt sich, und das zeigt sich erst Monate nach der Übergabe.

CM-Messung vor jedem Holzbelag
Spachtelung als eigene Position
Verlegerichtung vorher abgestimmt
Anschlusshöhen an Türen geprüft

Was dazugehört

  • Parkett und Massivholz
  • Mehrschichtparkett und Fertigparkett
  • Vinyl und Designbeläge
  • Fugenlose Beläge und Spachtelböden
  • Trittschalldämmung, Entkopplung und Schallschutz
  • Estricharbeiten, Nivellierung und Spachtelung
  • Silikon- und Anschlussfugen an Sockel und Übergängen
  • Erneuerung und Sanierung vorhandener Beläge
  • Sockelleisten und Übergangsprofile
  • Elektrische Fußbodenheizung im Aufbau

Im Detail

Belegreife statt Termindruck

Vor jedem Holzbelag wird die Restfeuchte des Estrichs per CM-Messung bestimmt. Der Estrich wird dafür an einer definierten Stelle aufgestemmt und das Material im Druckbehälter gemessen. Erst der Messwert entscheidet, ob verlegt wird. Ist er zu hoch, wird getrocknet oder abgesperrt, nicht trotzdem angefangen.

Parkett und Massivholz

Vollflächige Verklebung ist gegenüber schwimmender Verlegung die aufwendigere, aber ruhigere Lösung: weniger Trittschall im Raum, stabiler über der Fußbodenheizung, und der Belag arbeitet weniger. Verlegerichtung, Verband und Sortierung werden vorher festgelegt, nicht während der Arbeit entschieden.

Vinyl, Design und fugenlose Beläge

Diese Beläge sind dünn und verzeihen nichts. Jede Unebenheit, jedes Korn unter der Bahn zeichnet sich durch. Deshalb ist die Spachtelung hier keine Vorbereitung, sondern die eigentliche Leistung, und sie steht als eigene Position im Angebot.

Entkopplung und Schallschutz

Zwischen Estrich und Belag liegt je nach Situation eine Entkopplungs- oder Trittschallschicht. Sie nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf und reduziert die Schallübertragung in die darunterliegende Wohnung, in Mehrfamilienhäusern regelmäßig der Punkt, an dem es sonst Beschwerden gibt. Der geforderte Schallschutz ergibt sich aus dem Gebäude, nicht aus dem Belag, und wird vor der Materialwahl geklärt.

Anschluss- und Silikonfugen

Auch ein fugenloser Belag hat Fugen, nur nicht in der Fläche. An Sockelleisten, Türübergängen, Heizungsrohren und dort, wo zwei Bauteile aneinanderstoßen, sitzen elastische Anschlussfugen. Sie nehmen die Bewegung auf, die jeder Boden über das Jahr macht. Werden sie starr ausgeführt oder weggelassen, reißt der Belag an der Kante, und zwar nicht dort, wo gespart wurde, sondern irgendwo in der Fläche.

Estricharbeiten im Bestand

Ist der vorhandene Estrich nicht mehr zu retten, weil zu feucht, gerissen, hohl liegend oder in der Höhe falsch. Wird er ausgebaut und neu eingebracht. Das ist die aufwendigste Variante und deshalb die, bei der sich der Blick auf den Bestand vor dem Angebot am meisten auszahlt.

Untergrundprüfung

Was am Objekt geprüft wird

Bevor für diese Leistung kalkuliert wird, nehmen wir den Untergrund auf. Jeder dieser fünf Punkte kann den Umfang verändern, und genau deshalb wird er vorher geklärt.

01
FeuchtigkeitCM-Messung

Die Feuchtigkeitsmessung erfolgt als CM-Messung: Der Estrich wird an einer definierten Stelle aufgestemmt und das Material im Druckbehälter mit Calciumcarbid gemessen. Erst der Messwert entscheidet über die Belegreife.

Ohne Messung: Parkett schüsselt sich, elastische Beläge lösen sich, Fliesen im Verbund reißen an den Fugen.

02
EbenheitRichtscheit und Messkeil

Die Abweichung wird über definierte Messstrecken aufgenommen und mit den zulässigen Toleranzen nach DIN 18202 verglichen.

Ohne Prüfung: Der Spachtelbedarf zeigt sich erst auf der Baustelle und landet als Nachtrag im Raum. Bei Großformat entstehen Überzähne an den Fugen.

03
Festigkeit und RisseGitterritzprüfung, Abklopfen

Die Oberfläche wird angeritzt und die Fläche systematisch abgeklopft, um Hohllagen und lose Zonen zu finden. Ein alter, gerissener oder stellenweise gebrochener Estrich wird in seinem Zustand beurteilt und nicht überdeckt.

Ohne Prüfung: Ein hohl liegender oder rissiger Estrich trägt den neuen Belag nicht. Risse arbeiten weiter und zeichnen sich nach oben durch, je nach Befund werden sie kraftschlüssig verharzt, die Fläche wird entkoppelt oder der Estrich erneuert.

04
Altbeläge und RückständeSichtprüfung und Probefläche

Kleberreste, Trennmittel und Sinterschichten auf Calciumsulfatestrich werden erkannt und mechanisch entfernt oder abgeschliffen.

Ohne Entfernung: Was liegen bleibt, wird zur Trennschicht. Die Verklebung greift dann nicht in den Untergrund, sondern in die Altschicht.

05
Höhen und AnschlüsseAufmaß am Objekt

Türblätter, Zargen, Schwellen, Heizkörperanschlüsse und Übergänge zu Nachbarräumen werden eingemessen.

Ohne Aufmaß: Der geplante Aufbau passt nicht in die vorhandene Höhe. Türen schleifen, Übergänge werden zur Stolperkante.

Bodenaufbau

Der Aufbau darunter

Was bei dieser Leistung unter der sichtbaren Schicht liegt , und warum jede davon eine eigene Position im Angebot ist.

Schnitt, schematisch
  1. 8 bis 12 mmFliese, Naturstein oder Mosaik

    Die fertige Oberfläche, vom Mosaik bis zum XXL-Format. Format und Material bestimmen alles darunter.

  2. 3 bis 6 mmDünnbettmörtel

    Bei Großformat im Floating-Buttering-Verfahren: Kleber auf Untergrund und auf die Plattenrückseite, damit keine Hohllagen bleiben.

  3. 2 LagenVerbundabdichtung

    Im Nassbereich die entscheidende Schicht. Ist sie unterbrochen, wandert Feuchtigkeit in den Estrich. Sichtbar wird das erst nach Monaten.

  4. je nach AufbauEntkopplung / Schallschutz

    Nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf, damit ein Riss im Estrich nicht in die Fliese durchschlägt. Wird oft mit der Abdichtung in einer Bahn kombiniert.

  5. HaftbrückeGrundierung

    Stellt die Saugfähigkeit ein, auf die Abdichtung und Kleber ausgelegt sind, und bindet lose Partikel.

  6. 2 bis 10 mmNivellierung

    Gleicht Höhen und Unebenheiten aus. Bei Großformat entscheidet die Ebenheit über Überzähne an den Fugen.

  7. 45 bis 65 mmEstrich

    Trägt die Last. Die Belegreife wird per CM-Messung nachgewiesen, nicht geschätzt.

  8. BestandUntergrund / Rohdecke

    Was vorhanden ist. Zustand, Feuchte und Tragfähigkeit werden geprüft, bevor irgendetwas kalkuliert wird.

Schnitt, schematisch
  1. 10 bis 22 mmParkett oder Massivholz

    Die fertige Oberfläche wird geölt oder lackiert. Holz reagiert auf Feuchte . deshalb entscheidet der Messwert im Estrich darüber, wann verlegt wird, nicht der Termin.

  2. ca. 1 kg/m²Parkettkleber

    Vollflächig verklebt: ruhiger im Trittschall, stabiler über der Fußbodenheizung, der Belag arbeitet weniger.

  3. je nach AufbauEntkopplung / Trittschall

    Nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf und reduziert die Schallübertragung in die Wohnung darunter.

  4. HaftbrückeGrundierung

    Sperrt Restfeuchte ab und bindet die Oberfläche des Estrichs.

  5. 2 bis 10 mmNivellierung

    Bei dünnen und elastischen Belägen zeichnet sich jede Unebenheit durch. Hier ist die Spachtelung die eigentliche Leistung.

  6. 45 bis 65 mmEstrich

    CM-Messung vor der Verlegung. Ein zu feuchter Estrich lässt Parkett schüsseln , und zwar Monate nach der Übergabe.

  7. BestandUntergrund / Rohdecke

    Prüfung auf Risse, Hohllagen, Altkleber und Sinterschichten.

Schnitt, schematisch
  1. 10 bis 20 mmKeramik oder Naturstein

    Die fertige Oberfläche, außen frostbeständig und rutschhemmend. Das Material muss zum Aufbau passen, nicht umgekehrt.

  2. 30 bis 50 mmDrainmörtel oder Dickbett

    Wasserdurchlässig aufgebaut, damit sich unter dem Belag nichts staut. Stehendes Wasser sprengt bei Frost die Fuge auf.

  3. flächigAbdichtung und Drainage

    Führt Wasser kontrolliert ab. Der häufigste Schaden auf Balkonen ist kein Materialfehler, sondern Wasser ohne Weg.

  4. ca. 2 % GefälleGefälleestrich

    Ohne Gefälle bleibt Wasser stehen, unabhängig davon, wie gut die darüberliegenden Schichten ausgeführt sind.

  5. BestandBauwerksabdichtung / Rohdecke

    Zustand und vorhandene Abdichtung werden vorab beurteilt. Bei alten Balkonen ist das der Punkt, an dem der Umfang sich entscheidet.

Von oben nach unten. Die Angaben sind übliche Größenordnungen. Der tatsächliche Aufbau ergibt sich aus dem Bestand, dem gewählten Material und dem Einsatzort und wird vor der Kalkulation festgelegt.

Ausführlich: Bodenaufbau & Untergrund

Untergrundprüfung, CM-Messung, Estrichbeurteilung, Nivellierung, Entkopplung und Abdichtung im Zusammenhang.

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