Bauleistung 01

Fliesen- & Natursteinarbeiten

Keramik, Feinsteinzeug, Naturstein und Mosaik, vom Kleinformat bis XXL, innen wie auf Balkon, Terrasse und Treppe.

Bereich
Bau
Einsatzgebiet
Stuttgart und Region
Ansprechpartner
Hüseyin Güneş
Großformatige Bodenfliesen beim Verlegen: aufgekämmtes Kleberbett am Boden und eine angelehnte Platte mit Kleber auf der Rückseite

Worum es hier geht

Die Fliese ist die Schicht, die man sieht. Ob sie hält, entscheidet sich darunter, bei Untergrund, Abdichtung und Kleberbett. Deshalb fängt jede Fliesenarbeit bei uns mit der Prüfung des Bestands an und nicht mit der Auswahl des Materials.

Untergrund wird vor der Kalkulation geprüft
Abdichtung als eigene Position im Angebot
Verlegeplan vor dem ersten Schnitt
Fugenbild und Bewegungsfugen werden abgestimmt

Was dazugehört

  • Keramik und Feinsteinzeug
  • Naturstein: Marmor, Granit, Schiefer, Kalkstein
  • Mosaik und Kleinformat
  • XXL- und Großformate ab 60 × 120 cm
  • Balkon, Terrasse und Treppenanlagen
  • Verbundabdichtung im Nassbereich
  • Fugentechnik: Zement-, 2K- und Silikonfuge
  • Fugenerneuerung und Fugensanierung im Bestand
  • Sockel, Übergänge und Bewegungsfugen

Im Detail

Großformat und XXL

Ab 60 × 120 cm ändert sich das Handwerk. Die Ebenheit des Untergrunds entscheidet über Überzähne an den Fugen, das Kleberbett muss vollflächig sein, und die Platte wird im Floating-Buttering-Verfahren gesetzt : Kleber auf den Untergrund und auf die Plattenrückseite. Hohllagen unter einer Großformatplatte brechen später aus, meist an der Kante.

Naturstein

Naturstein ist kein einheitliches Material. Heller Marmor verfärbt sich bei falschem Kleber von unten, Schiefer arbeitet anders als Granit, und verschiedene Blöcke desselben Steins unterscheiden sich in der Zeichnung. Deshalb wird vor der Verlegung sortiert und ein kristallin abbindender, verfärbungsfreier Kleber gewählt.

Balkon, Terrasse und Treppe

Im Außenbereich kommen Frost, Gefälle und stehendes Wasser dazu. Der Aufbau braucht ein wirksames Gefälle, eine Abdichtung und ein Kleberbett ohne Hohlräume, in denen sich Wasser sammeln kann. Treppen zusätzlich: gleichmäßige Steigungen und eine tragfähige Kante.

Fugentechnik

Die Fuge ist kein Abschluss, sondern ein Bauteil. Zementfugen sind der Standard, 2K-Epoxidharzfugen werden dort eingesetzt, wo chemisch oder hygienisch mehr verlangt wird. Silikon ist eine Wartungsfuge und wird als solche geplant, an Bewegungsfugen, Innenecken und Anschlüssen, nicht als Reparatur für einen zu großen Spalt.

Fugenerneuerung im Bestand

Verfärbte, ausgewaschene oder gerissene Fugen lassen sich erneuern, ohne den Belag herauszunehmen, vorausgesetzt, die Fliesen selbst sitzen noch fest. Ob das der Fall ist, zeigt das Abklopfen auf Hohllagen. Silikonfugen an Wanne, Dusche und Sockel sind Verschleißteile und werden bei einer Fugensanierung grundsätzlich mit erneuert.

Bad vor dem Verfliesen: flüssig aufgetragene Verbundabdichtung auf Wand und Boden, Dichtband in der Ecke und Manschette am Rohrdurchgang
Abdichtung

Ohne Abdichtung ist alles darüber egal

Sie ist die einzige Schicht im Bad, die man nach dem Verlegen weder sehen noch nachbessern kann. Wird sie unterbrochen, wandert Feuchtigkeit in den Estrich und in die angrenzenden Bauteile. Sichtbar wird das erst Monate später, und dann muss der Belag wieder heraus.

Deshalb steht die Abdichtung bei uns als eigene Position im Angebot und wird vor dem Verlegen begutachtet. Als Meisterbetrieb mit einem Fliesenlegermeister im Betrieb entscheiden wir das im Haus und reichen die Frage nicht weiter.

Flächige Verbundabdichtung im geforderten Umfang
Dichtbänder an Ecken und Anschlüssen
Manschetten an jeder Durchdringung
Grundierung, Abdichtung und Kleber aus einem System

Was „gesamthaft“ konkret bedeutet

Fläche

Boden und Wand werden im geforderten Umfang flächig abgedichtet, nicht nur dort, wo das Wasser sichtbar hinkommt.

Ecken und Kanten

Innen- und Außenecken sowie der Übergang Wand/Boden bekommen systemzugehörige Dichtbänder. Das ist die Stelle, an der eine Abdichtung fast immer versagt: nicht in der Fläche, sondern in der Kehle.

Durchdringungen

Jedes Rohr, jeder Ablauf, jede Armatur ist ein Loch in der Abdichtung und bekommt eine passende Manschette. Ein einziger nicht abgedichteter Durchbruch macht die ganze Fläche wirkungslos.

Anschlüsse

Türzargen, Duschtassen, Wannenränder und Bodenabläufe werden an die Abdichtung angebunden, nicht daneben.

Ein System

Grundierung, Abdichtung, Bänder, Manschetten und Kleber stammen aus einem System und sind aufeinander geprüft. Bei systemfremden Kombinationen steht im Schadensfall kein Hersteller ein.

Prüfung vor dem Belag

Die fertige Abdichtung wird vor dem Verlegen begutachtet und dokumentiert. Danach ist sie nicht mehr zugänglich. Jede spätere Nachbesserung bedeutet, dass der Belag wieder heraus muss.

Wassereinwirkungsklassen für Innenräume nach DIN 18534. Sie bestimmen, welcher Umfang an Abdichtung überhaupt gefordert ist, nicht das Gefühl.
KlasseBeanspruchung WoWas ausgeführt wird
W0-IGeringWandflächen in Bädern ohne Bodenablauf, die nur gelegentlich Spritzwasser abbekommen, etwa über einem Waschbecken.Eine Abdichtung ist hier nicht gefordert.
W1-IMäßigWand- und Bodenflächen in häuslichen Bädern ohne Bodenablauf, Wandflächen über Badewannen.Abdichtung im Spritzwasserbereich, Anschlüsse und Ecken mit Dichtband.
W2-IHochBodenflächen mit Ablauf, Wandflächen in Duschen, gewerblich genutzte Bäder und Duschen.Flächige Verbundabdichtung auf Boden und Wand, alle Durchdringungen mit Systemmanschetten.
W3-ISehr hochSchwimmbadumgänge, gewerbliche Küchen und Flächen, die planmäßig mit Wasser beaufschlagt oder abgespritzt werden.Abdichtung nach gesonderter Planung, in der Regel mit erhöhten Anforderungen an Material und Ausführung.
Schwerpunkt

Großformat und anspruchsvolle Verlegung

Ab etwa 60 × 120 cm ist es nicht mehr dieselbe Arbeit in größer. Untergrund, Kleberbett, Handling und Zuschnitt ändern sich alle gleichzeitig. Deshalb steht hier, was dabei tatsächlich anders läuft.

Untergrund

Je größer die Platte, desto weniger verzeiht sie. Eine Unebenheit, die bei 30 × 60 cm niemand sieht, wird bei 120 cm Kantenlänge zum Überzahn an der Fuge.

Kleberbett

Vollflächig, ohne Hohlräume. Deshalb im Floating-Buttering-Verfahren: Kleber wird auf den Untergrund abgezogen und zusätzlich auf die Plattenrückseite aufgetragen.

Handling

Eine Platte im XXL-Format ist zu zweit zu tragen und bricht beim Ansetzen, wenn sie an der falschen Stelle Last bekommt. Saugheber und Verlegehilfen gehören zur Ausstattung.

Zuschnitt

Gehrungen, Ausschnitte für Steckdosen und Abläufe, Nischen und Ablagen, bei Großformat sitzt jeder Schnitt, oder die Platte ist hin.

Fugenbild

Wenige Fugen wirken ruhiger, verlangen aber ein präzises Aufmaß: Der Verlegeplan wird vor dem ersten Schnitt festgelegt, damit keine Reihe an der Wand als Splitter endet.

Ebenheit im Verbund

Nivelliersysteme halten benachbarte Platten während des Abbindens auf einer Höhe. Ohne sie entstehen genau die Kanten, über die man später mit dem Fuß stolpert.

Balkon während der Neubelegung: verlegte Platten auf Drainmörtel, daneben der offene Aufbau mit Gefälle und Entwässerungsrinne
Außenbereich

Balkon, Terrasse und Treppe

Draußen kommen Frost, Gefälle und stehendes Wasser dazu. Der häufigste Schaden auf einem Balkon ist kein Materialfehler, sondern Wasser ohne Weg: Es staut sich unter dem Belag und sprengt bei Frost die Fuge auf.

Deshalb wird der Aufbau hier anders geplant als innen, mit wirksamem Gefälle, einer Abdichtung und einem wasserdurchlässigen Bett, unter dem sich nichts sammeln kann.

Gefälle wird vor dem Belag hergestellt
Abdichtung und Entwässerung im Angebot
Frostbeständiges, rutschhemmendes Material
Treppen mit gleichmäßiger Steigung und tragfähiger Kante
Untergrundprüfung

Was am Objekt geprüft wird

Bevor für diese Leistung kalkuliert wird, nehmen wir den Untergrund auf. Jeder dieser fünf Punkte kann den Umfang verändern, und genau deshalb wird er vorher geklärt.

01
FeuchtigkeitCM-Messung

Die Feuchtigkeitsmessung erfolgt als CM-Messung: Der Estrich wird an einer definierten Stelle aufgestemmt und das Material im Druckbehälter mit Calciumcarbid gemessen. Erst der Messwert entscheidet über die Belegreife.

Ohne Messung: Parkett schüsselt sich, elastische Beläge lösen sich, Fliesen im Verbund reißen an den Fugen.

02
EbenheitRichtscheit und Messkeil

Die Abweichung wird über definierte Messstrecken aufgenommen und mit den zulässigen Toleranzen nach DIN 18202 verglichen.

Ohne Prüfung: Der Spachtelbedarf zeigt sich erst auf der Baustelle und landet als Nachtrag im Raum. Bei Großformat entstehen Überzähne an den Fugen.

03
Festigkeit und RisseGitterritzprüfung, Abklopfen

Die Oberfläche wird angeritzt und die Fläche systematisch abgeklopft, um Hohllagen und lose Zonen zu finden. Ein alter, gerissener oder stellenweise gebrochener Estrich wird in seinem Zustand beurteilt und nicht überdeckt.

Ohne Prüfung: Ein hohl liegender oder rissiger Estrich trägt den neuen Belag nicht. Risse arbeiten weiter und zeichnen sich nach oben durch, je nach Befund werden sie kraftschlüssig verharzt, die Fläche wird entkoppelt oder der Estrich erneuert.

04
Altbeläge und RückständeSichtprüfung und Probefläche

Kleberreste, Trennmittel und Sinterschichten auf Calciumsulfatestrich werden erkannt und mechanisch entfernt oder abgeschliffen.

Ohne Entfernung: Was liegen bleibt, wird zur Trennschicht. Die Verklebung greift dann nicht in den Untergrund, sondern in die Altschicht.

05
Höhen und AnschlüsseAufmaß am Objekt

Türblätter, Zargen, Schwellen, Heizkörperanschlüsse und Übergänge zu Nachbarräumen werden eingemessen.

Ohne Aufmaß: Der geplante Aufbau passt nicht in die vorhandene Höhe. Türen schleifen, Übergänge werden zur Stolperkante.

Bodenaufbau

Der Aufbau darunter

Was bei dieser Leistung unter der sichtbaren Schicht liegt , und warum jede davon eine eigene Position im Angebot ist.

Schnitt, schematisch
  1. 8 bis 12 mmFliese, Naturstein oder Mosaik

    Die fertige Oberfläche, vom Mosaik bis zum XXL-Format. Format und Material bestimmen alles darunter.

  2. 3 bis 6 mmDünnbettmörtel

    Bei Großformat im Floating-Buttering-Verfahren: Kleber auf Untergrund und auf die Plattenrückseite, damit keine Hohllagen bleiben.

  3. 2 LagenVerbundabdichtung

    Im Nassbereich die entscheidende Schicht. Ist sie unterbrochen, wandert Feuchtigkeit in den Estrich. Sichtbar wird das erst nach Monaten.

  4. je nach AufbauEntkopplung / Schallschutz

    Nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf, damit ein Riss im Estrich nicht in die Fliese durchschlägt. Wird oft mit der Abdichtung in einer Bahn kombiniert.

  5. HaftbrückeGrundierung

    Stellt die Saugfähigkeit ein, auf die Abdichtung und Kleber ausgelegt sind, und bindet lose Partikel.

  6. 2 bis 10 mmNivellierung

    Gleicht Höhen und Unebenheiten aus. Bei Großformat entscheidet die Ebenheit über Überzähne an den Fugen.

  7. 45 bis 65 mmEstrich

    Trägt die Last. Die Belegreife wird per CM-Messung nachgewiesen, nicht geschätzt.

  8. BestandUntergrund / Rohdecke

    Was vorhanden ist. Zustand, Feuchte und Tragfähigkeit werden geprüft, bevor irgendetwas kalkuliert wird.

Schnitt, schematisch
  1. 10 bis 22 mmParkett oder Massivholz

    Die fertige Oberfläche wird geölt oder lackiert. Holz reagiert auf Feuchte . deshalb entscheidet der Messwert im Estrich darüber, wann verlegt wird, nicht der Termin.

  2. ca. 1 kg/m²Parkettkleber

    Vollflächig verklebt: ruhiger im Trittschall, stabiler über der Fußbodenheizung, der Belag arbeitet weniger.

  3. je nach AufbauEntkopplung / Trittschall

    Nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf und reduziert die Schallübertragung in die Wohnung darunter.

  4. HaftbrückeGrundierung

    Sperrt Restfeuchte ab und bindet die Oberfläche des Estrichs.

  5. 2 bis 10 mmNivellierung

    Bei dünnen und elastischen Belägen zeichnet sich jede Unebenheit durch. Hier ist die Spachtelung die eigentliche Leistung.

  6. 45 bis 65 mmEstrich

    CM-Messung vor der Verlegung. Ein zu feuchter Estrich lässt Parkett schüsseln , und zwar Monate nach der Übergabe.

  7. BestandUntergrund / Rohdecke

    Prüfung auf Risse, Hohllagen, Altkleber und Sinterschichten.

Schnitt, schematisch
  1. 10 bis 20 mmKeramik oder Naturstein

    Die fertige Oberfläche, außen frostbeständig und rutschhemmend. Das Material muss zum Aufbau passen, nicht umgekehrt.

  2. 30 bis 50 mmDrainmörtel oder Dickbett

    Wasserdurchlässig aufgebaut, damit sich unter dem Belag nichts staut. Stehendes Wasser sprengt bei Frost die Fuge auf.

  3. flächigAbdichtung und Drainage

    Führt Wasser kontrolliert ab. Der häufigste Schaden auf Balkonen ist kein Materialfehler, sondern Wasser ohne Weg.

  4. ca. 2 % GefälleGefälleestrich

    Ohne Gefälle bleibt Wasser stehen, unabhängig davon, wie gut die darüberliegenden Schichten ausgeführt sind.

  5. BestandBauwerksabdichtung / Rohdecke

    Zustand und vorhandene Abdichtung werden vorab beurteilt. Bei alten Balkonen ist das der Punkt, an dem der Umfang sich entscheidet.

Von oben nach unten. Die Angaben sind übliche Größenordnungen. Der tatsächliche Aufbau ergibt sich aus dem Bestand, dem gewählten Material und dem Einsatzort und wird vor der Kalkulation festgelegt.

Ausführlich: Bodenaufbau & Untergrund

Untergrundprüfung, CM-Messung, Estrichbeurteilung, Nivellierung, Entkopplung und Abdichtung im Zusammenhang.

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