Fliesen- & Natursteinarbeiten
Keramik, Feinsteinzeug, Naturstein und Mosaik, vom Kleinformat bis XXL, innen wie auf Balkon, Terrasse und Treppe.
- Bereich
- Bau
- Einsatzgebiet
- Stuttgart und Region
- Ansprechpartner
- Hüseyin Güneş
Worum es hier geht
Die Fliese ist die Schicht, die man sieht. Ob sie hält, entscheidet sich darunter, bei Untergrund, Abdichtung und Kleberbett. Deshalb fängt jede Fliesenarbeit bei uns mit der Prüfung des Bestands an und nicht mit der Auswahl des Materials.
Was dazugehört
- Keramik und Feinsteinzeug
- Naturstein: Marmor, Granit, Schiefer, Kalkstein
- Mosaik und Kleinformat
- XXL- und Großformate ab 60 × 120 cm
- Balkon, Terrasse und Treppenanlagen
- Verbundabdichtung im Nassbereich
- Fugentechnik: Zement-, 2K- und Silikonfuge
- Fugenerneuerung und Fugensanierung im Bestand
- Sockel, Übergänge und Bewegungsfugen
Im Detail
Großformat und XXL
Ab 60 × 120 cm ändert sich das Handwerk. Die Ebenheit des Untergrunds entscheidet über Überzähne an den Fugen, das Kleberbett muss vollflächig sein, und die Platte wird im Floating-Buttering-Verfahren gesetzt : Kleber auf den Untergrund und auf die Plattenrückseite. Hohllagen unter einer Großformatplatte brechen später aus, meist an der Kante.
Naturstein
Naturstein ist kein einheitliches Material. Heller Marmor verfärbt sich bei falschem Kleber von unten, Schiefer arbeitet anders als Granit, und verschiedene Blöcke desselben Steins unterscheiden sich in der Zeichnung. Deshalb wird vor der Verlegung sortiert und ein kristallin abbindender, verfärbungsfreier Kleber gewählt.
Balkon, Terrasse und Treppe
Im Außenbereich kommen Frost, Gefälle und stehendes Wasser dazu. Der Aufbau braucht ein wirksames Gefälle, eine Abdichtung und ein Kleberbett ohne Hohlräume, in denen sich Wasser sammeln kann. Treppen zusätzlich: gleichmäßige Steigungen und eine tragfähige Kante.
Fugentechnik
Die Fuge ist kein Abschluss, sondern ein Bauteil. Zementfugen sind der Standard, 2K-Epoxidharzfugen werden dort eingesetzt, wo chemisch oder hygienisch mehr verlangt wird. Silikon ist eine Wartungsfuge und wird als solche geplant, an Bewegungsfugen, Innenecken und Anschlüssen, nicht als Reparatur für einen zu großen Spalt.
Fugenerneuerung im Bestand
Verfärbte, ausgewaschene oder gerissene Fugen lassen sich erneuern, ohne den Belag herauszunehmen, vorausgesetzt, die Fliesen selbst sitzen noch fest. Ob das der Fall ist, zeigt das Abklopfen auf Hohllagen. Silikonfugen an Wanne, Dusche und Sockel sind Verschleißteile und werden bei einer Fugensanierung grundsätzlich mit erneuert.
Ohne Abdichtung ist alles darüber egal
Sie ist die einzige Schicht im Bad, die man nach dem Verlegen weder sehen noch nachbessern kann. Wird sie unterbrochen, wandert Feuchtigkeit in den Estrich und in die angrenzenden Bauteile. Sichtbar wird das erst Monate später, und dann muss der Belag wieder heraus.
Deshalb steht die Abdichtung bei uns als eigene Position im Angebot und wird vor dem Verlegen begutachtet. Als Meisterbetrieb mit einem Fliesenlegermeister im Betrieb entscheiden wir das im Haus und reichen die Frage nicht weiter.
Was „gesamthaft“ konkret bedeutet
Boden und Wand werden im geforderten Umfang flächig abgedichtet, nicht nur dort, wo das Wasser sichtbar hinkommt.
Innen- und Außenecken sowie der Übergang Wand/Boden bekommen systemzugehörige Dichtbänder. Das ist die Stelle, an der eine Abdichtung fast immer versagt: nicht in der Fläche, sondern in der Kehle.
Jedes Rohr, jeder Ablauf, jede Armatur ist ein Loch in der Abdichtung und bekommt eine passende Manschette. Ein einziger nicht abgedichteter Durchbruch macht die ganze Fläche wirkungslos.
Türzargen, Duschtassen, Wannenränder und Bodenabläufe werden an die Abdichtung angebunden, nicht daneben.
Grundierung, Abdichtung, Bänder, Manschetten und Kleber stammen aus einem System und sind aufeinander geprüft. Bei systemfremden Kombinationen steht im Schadensfall kein Hersteller ein.
Die fertige Abdichtung wird vor dem Verlegen begutachtet und dokumentiert. Danach ist sie nicht mehr zugänglich. Jede spätere Nachbesserung bedeutet, dass der Belag wieder heraus muss.
| Klasse | Beanspruchung | Wo | Was ausgeführt wird |
|---|---|---|---|
| W0-I | Gering | Wandflächen in Bädern ohne Bodenablauf, die nur gelegentlich Spritzwasser abbekommen, etwa über einem Waschbecken. | Eine Abdichtung ist hier nicht gefordert. |
| W1-I | Mäßig | Wand- und Bodenflächen in häuslichen Bädern ohne Bodenablauf, Wandflächen über Badewannen. | Abdichtung im Spritzwasserbereich, Anschlüsse und Ecken mit Dichtband. |
| W2-I | Hoch | Bodenflächen mit Ablauf, Wandflächen in Duschen, gewerblich genutzte Bäder und Duschen. | Flächige Verbundabdichtung auf Boden und Wand, alle Durchdringungen mit Systemmanschetten. |
| W3-I | Sehr hoch | Schwimmbadumgänge, gewerbliche Küchen und Flächen, die planmäßig mit Wasser beaufschlagt oder abgespritzt werden. | Abdichtung nach gesonderter Planung, in der Regel mit erhöhten Anforderungen an Material und Ausführung. |
Großformat und anspruchsvolle Verlegung
Ab etwa 60 × 120 cm ist es nicht mehr dieselbe Arbeit in größer. Untergrund, Kleberbett, Handling und Zuschnitt ändern sich alle gleichzeitig. Deshalb steht hier, was dabei tatsächlich anders läuft.
Untergrund
Je größer die Platte, desto weniger verzeiht sie. Eine Unebenheit, die bei 30 × 60 cm niemand sieht, wird bei 120 cm Kantenlänge zum Überzahn an der Fuge.
Kleberbett
Vollflächig, ohne Hohlräume. Deshalb im Floating-Buttering-Verfahren: Kleber wird auf den Untergrund abgezogen und zusätzlich auf die Plattenrückseite aufgetragen.
Handling
Eine Platte im XXL-Format ist zu zweit zu tragen und bricht beim Ansetzen, wenn sie an der falschen Stelle Last bekommt. Saugheber und Verlegehilfen gehören zur Ausstattung.
Zuschnitt
Gehrungen, Ausschnitte für Steckdosen und Abläufe, Nischen und Ablagen, bei Großformat sitzt jeder Schnitt, oder die Platte ist hin.
Fugenbild
Wenige Fugen wirken ruhiger, verlangen aber ein präzises Aufmaß: Der Verlegeplan wird vor dem ersten Schnitt festgelegt, damit keine Reihe an der Wand als Splitter endet.
Ebenheit im Verbund
Nivelliersysteme halten benachbarte Platten während des Abbindens auf einer Höhe. Ohne sie entstehen genau die Kanten, über die man später mit dem Fuß stolpert.
Balkon, Terrasse und Treppe
Draußen kommen Frost, Gefälle und stehendes Wasser dazu. Der häufigste Schaden auf einem Balkon ist kein Materialfehler, sondern Wasser ohne Weg: Es staut sich unter dem Belag und sprengt bei Frost die Fuge auf.
Deshalb wird der Aufbau hier anders geplant als innen, mit wirksamem Gefälle, einer Abdichtung und einem wasserdurchlässigen Bett, unter dem sich nichts sammeln kann.
Was am Objekt geprüft wird
Bevor für diese Leistung kalkuliert wird, nehmen wir den Untergrund auf. Jeder dieser fünf Punkte kann den Umfang verändern, und genau deshalb wird er vorher geklärt.
Die Feuchtigkeitsmessung erfolgt als CM-Messung: Der Estrich wird an einer definierten Stelle aufgestemmt und das Material im Druckbehälter mit Calciumcarbid gemessen. Erst der Messwert entscheidet über die Belegreife.
Ohne Messung: Parkett schüsselt sich, elastische Beläge lösen sich, Fliesen im Verbund reißen an den Fugen.
Die Abweichung wird über definierte Messstrecken aufgenommen und mit den zulässigen Toleranzen nach DIN 18202 verglichen.
Ohne Prüfung: Der Spachtelbedarf zeigt sich erst auf der Baustelle und landet als Nachtrag im Raum. Bei Großformat entstehen Überzähne an den Fugen.
Die Oberfläche wird angeritzt und die Fläche systematisch abgeklopft, um Hohllagen und lose Zonen zu finden. Ein alter, gerissener oder stellenweise gebrochener Estrich wird in seinem Zustand beurteilt und nicht überdeckt.
Ohne Prüfung: Ein hohl liegender oder rissiger Estrich trägt den neuen Belag nicht. Risse arbeiten weiter und zeichnen sich nach oben durch, je nach Befund werden sie kraftschlüssig verharzt, die Fläche wird entkoppelt oder der Estrich erneuert.
Kleberreste, Trennmittel und Sinterschichten auf Calciumsulfatestrich werden erkannt und mechanisch entfernt oder abgeschliffen.
Ohne Entfernung: Was liegen bleibt, wird zur Trennschicht. Die Verklebung greift dann nicht in den Untergrund, sondern in die Altschicht.
Türblätter, Zargen, Schwellen, Heizkörperanschlüsse und Übergänge zu Nachbarräumen werden eingemessen.
Ohne Aufmaß: Der geplante Aufbau passt nicht in die vorhandene Höhe. Türen schleifen, Übergänge werden zur Stolperkante.
Der Aufbau darunter
Was bei dieser Leistung unter der sichtbaren Schicht liegt , und warum jede davon eine eigene Position im Angebot ist.
- 8 bis 12 mmFliese, Naturstein oder Mosaik
Die fertige Oberfläche, vom Mosaik bis zum XXL-Format. Format und Material bestimmen alles darunter.
- 3 bis 6 mmDünnbettmörtel
Bei Großformat im Floating-Buttering-Verfahren: Kleber auf Untergrund und auf die Plattenrückseite, damit keine Hohllagen bleiben.
- 2 LagenVerbundabdichtung
Im Nassbereich die entscheidende Schicht. Ist sie unterbrochen, wandert Feuchtigkeit in den Estrich. Sichtbar wird das erst nach Monaten.
- je nach AufbauEntkopplung / Schallschutz
Nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf, damit ein Riss im Estrich nicht in die Fliese durchschlägt. Wird oft mit der Abdichtung in einer Bahn kombiniert.
- HaftbrückeGrundierung
Stellt die Saugfähigkeit ein, auf die Abdichtung und Kleber ausgelegt sind, und bindet lose Partikel.
- 2 bis 10 mmNivellierung
Gleicht Höhen und Unebenheiten aus. Bei Großformat entscheidet die Ebenheit über Überzähne an den Fugen.
- 45 bis 65 mmEstrich
Trägt die Last. Die Belegreife wird per CM-Messung nachgewiesen, nicht geschätzt.
- BestandUntergrund / Rohdecke
Was vorhanden ist. Zustand, Feuchte und Tragfähigkeit werden geprüft, bevor irgendetwas kalkuliert wird.
- 10 bis 22 mmParkett oder Massivholz
Die fertige Oberfläche wird geölt oder lackiert. Holz reagiert auf Feuchte . deshalb entscheidet der Messwert im Estrich darüber, wann verlegt wird, nicht der Termin.
- ca. 1 kg/m²Parkettkleber
Vollflächig verklebt: ruhiger im Trittschall, stabiler über der Fußbodenheizung, der Belag arbeitet weniger.
- je nach AufbauEntkopplung / Trittschall
Nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf und reduziert die Schallübertragung in die Wohnung darunter.
- HaftbrückeGrundierung
Sperrt Restfeuchte ab und bindet die Oberfläche des Estrichs.
- 2 bis 10 mmNivellierung
Bei dünnen und elastischen Belägen zeichnet sich jede Unebenheit durch. Hier ist die Spachtelung die eigentliche Leistung.
- 45 bis 65 mmEstrich
CM-Messung vor der Verlegung. Ein zu feuchter Estrich lässt Parkett schüsseln , und zwar Monate nach der Übergabe.
- BestandUntergrund / Rohdecke
Prüfung auf Risse, Hohllagen, Altkleber und Sinterschichten.
- 10 bis 20 mmKeramik oder Naturstein
Die fertige Oberfläche, außen frostbeständig und rutschhemmend. Das Material muss zum Aufbau passen, nicht umgekehrt.
- 30 bis 50 mmDrainmörtel oder Dickbett
Wasserdurchlässig aufgebaut, damit sich unter dem Belag nichts staut. Stehendes Wasser sprengt bei Frost die Fuge auf.
- flächigAbdichtung und Drainage
Führt Wasser kontrolliert ab. Der häufigste Schaden auf Balkonen ist kein Materialfehler, sondern Wasser ohne Weg.
- ca. 2 % GefälleGefälleestrich
Ohne Gefälle bleibt Wasser stehen, unabhängig davon, wie gut die darüberliegenden Schichten ausgeführt sind.
- BestandBauwerksabdichtung / Rohdecke
Zustand und vorhandene Abdichtung werden vorab beurteilt. Bei alten Balkonen ist das der Punkt, an dem der Umfang sich entscheidet.
Von oben nach unten. Die Angaben sind übliche Größenordnungen. Der tatsächliche Aufbau ergibt sich aus dem Bestand, dem gewählten Material und dem Einsatzort und wird vor der Kalkulation festgelegt.
Untergrundprüfung, CM-Messung, Estrichbeurteilung, Nivellierung, Entkopplung und Abdichtung im Zusammenhang.
Konkrete Frage zu diesem Bereich?
Rufen Sie an, das geht am schnellsten. Oder klicken Sie sich durch den Projekt-Check, die Leistung ist dann schon gesetzt.
Weitere Bauleistungen
Direkt Kontakt aufnehmen
Am schnellsten geht es telefonisch. Eine erste Einschätzung bekommen Sie sofort.